| Das Kapital: Eine Streitschrift |
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Autor: Reinhard Marx Vielleicht ist es zur Zeit der Finanzkrise kein Wunder, dass dieses Buch den Sprung in die Top Ten der Sachbuch-Charts geschafft hat: Das Kapital - Eine Streitschrift von Autor und Erzbischof Reinhard Marx befasst sich eingehend mit dem Thema Kapital - und verkündet schon gleich auf dem Einband die erste Schlussfolgerung: "Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und keine Zukunft." Marx ist eigentlich ja gar kein so harter Kritiker des Kapitalismus. Er differenziert auf Basis der katholischen Soziallehre zwischen verantwortungsvoller, sozialer Marktwirtschaft und ungebremstem Kapitalismus. Trotzdem stellt auch er fest, was uns längst nicht mehr unbekannt ist: Der Zwang nach immer höheren Renditen, zu denen unsere Wirtschaftslenker durch internationale Finanzgeber verpflichtet werden, dazu die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer scheinen eine bislang unumkehrbare Entwicklung zu sein.
Das hat zur Folge, was mancher schon schmerzhaft zu spüren bekommen hat: Von jetzt auf gleich ist der Arbeitsplatz verloren; Arme werden immer ärmer und - traurig, aber wahr - die Reichen immer reicher. Da bewahrheitet sich also das alte Sprichwort: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.
Im Buch selbst stellt der Autor an seinen Namensvetter Karl Marx in einem offenen Brief eine an sich selbst gerichtete Frage, ob der Kapitalismus etwa an sich selbst zugrunde gehen würde. Kurzerhand antwortet er sich auch selbst: "Ich hoffe das nicht".
Leicht verständlich verfasst, in hervorragende Argumente verpackt und mit Überzeugung am Leser - das spiegelt dieses Werk wieder. Was das Buch sonst so wichtig macht, ist die Tatsache, dass Marx es schafft, manchen Experten und Politiker in einem anderen Licht erscheinen zu lassen - schwach und wenig glänzend. Rezensiert von A. Steidel Gebundene Ausgabe, 304 Seiten Verlag, Pattloch (30. Oktober 2008) ISBN 978-3629021557
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