| Catherine O'Flinn - Was mit Kate geschah |
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Autorin: Catherine O’Flinn In diesem Buch geht es um Kate. Kate ist 10 Jahre alt und eine Einzelgängerin. Sie fährt jeden Tag in ein Einkaufszentrum. Ein großes Einkaufszentrum, wie wir es überall haben. Sie fährt dort hin, um Menschen zu beobachten. Denn Kate will einmal Detektivin werden. Sie ist sich sicher, eines Tages einen Bankräuber zu überführen. Und sie hat immer ein Heft dabei, in dem sie alles aufschreibt, was sie beobachtet. Da ist eine Frau mit einem leeren Kinderwagen. Warum kommt sie immer wieder? Oder zum Beispiel: „Freitag, 27. April: Während Bankobservierung plötzlich gesehen, wie einzelner Mann an mir vorbei und durch die Tür von Barclays ging. Hielt es eindeutig für einen Überfall. Folgte ihm mit meiner Kamera, aber er brüllte nur die Bankangestellten wegen irgendwelcher Bankgebühren an. Er benutzte eine Menge vulgärer Wörter, war aber unbewaffnet und plante offensichtlich keinen Bankraub. Trotzdem eine gute Übung – er hat uns kalt erwischt.“ Sie hat immer ihren Detekteipartner dabei – er heißt Mickey und ist ein kleiner Stoffaffe in Gamaschen und gestreiftem Anzug. Kate glaubt, irgendwann bei einem Verbrechen die entscheidenden Informationen bringen zu können, die die Polizei Bahn brechend weiterbringen wird. Kates Mutter verließ Kate und ihren über 60 Jahre alten Vater, als Kate noch sehr klein war. Ihr Vater war es auch, der ihr das Detektivbuch schenkte und somit die Leidenschaft auslöste, die Kates Leben von da an erfüllte. Dann stirbt Kates Vater, und ihre Großmutter zieht zu ihr. Obwohl sie eine liebe Frau ist, ist sie dennoch überfordert in der Rolle als Ersatzmutter oder Oma. Kate befreundet sich auch mit einer Klassenkameradin, die anfangs sehr merkwürdig zu sein scheint, aber bei näherem Kennen lernen erkennt Kate, warum sie sich so verhält. Dennoch zieht sich Kate immer mehr in ihre Welt zurück. Nun machen wir in einem neuen Kapitel einen Zeitsprung von 1984 ins Jahr 2003, also 19 Jahre später. Wir sind wieder in dem Einkaufszentrum. Nun erzählt die Autorin Catherin O’Flinn von den Angestellten, von dem Sicherheitspersonal. Wie zum Beispiel Kurt, der den Job als Wachmann eigentlich nur vorübergehend machen wollte und nun schon 13 Jahre dort feststeckt. Und dann ist da Lisa. Sie ist Assistent-Manager in einem Musicstore und steht unter ständigem Druck. Die Autorin zeigt uns die nicht überhaupt nicht glitzernde Welt hinter der Luxusfassade des Einkaufszentrums. Zurück zu Kurt und seiner Nachtschicht: Wie immer, schaut er auf die Überwachungskameras und glaubt fast, Standbilder zu sehen, weil einfach nie etwas passiert. Doch am 2. Weihnachtsfeiertag, morgens um 4 Uhr, sieht er auf einmal ein kleines Mädchen. Kurt macht einen Bericht. Es wird recherchiert, wo auch Kurt mit ist dabei und man entdeckt, dass das kleine Mädchen Kate ist. Aber wie kann das sein? Wie kann Kate 19 Jahre später als kleines Mädchen auftauchen? Sie, die damals einfach so verschwand, spurlos. Keine Spur führte damals zu einer Erklärung, was mit Kate geschah. Und damit sind wir wieder beim Titel des Buchs: „Was mit Kate geschah“ Der Fall wird geklärt, wobei der Zufall seinen Teil dazu beiträgt. Es wird wundersam, es bleibt spannend und man ist gefesselt, bis zum Schluss des 270 Seiten dicken Buches. Ihr werdet es nicht aus der Hand legen, ihr werdet es lieben. Jedes Mal, wenn ich das Buch beiseite gelegen habe, war es, als hätte ich die Pausetaste meines DVD-Players gedrückt. Das Buch ist so geschrieben, dass ich ein Kino im Kopf hatte, sehr bildlich. Es war, als würde ich neben Kate sitzen und die Leute mit ihr beobachten. Es ist ein seltenes Buch, denn es ist spannend und wunderschön zu gleich! Es ist das erste Buch der Autorin Catherine O’Flinn und gewann den ‚First Novel Prize‘ Ein Buch mit unglaublicher Atmosphäre. Rezensiert von S. Brach 270 Seiten, Atrium-Verlag ISBN 978-3855355808 |



